03.09.2025

Verwaltung will Inklusionsbeirat ablehnen – wo bleibt das Miteinander in unserer Stadt?

Wer Tag für Tag mit Barrieren im Alltag lebt, erwartet Gehör und Wertschätzung. Umso bedrückender ist es für uns vom BVP, dass die Verwaltung nun vorschlägt, unseren Antrag auf Einrichtung einer Koordinierungsstelle für Inklusion und eines Inklusionsbeirats abzulehnen – ohne Begründung und ohne ihn überhaupt als eigenen Tagesordnungspunkt kenntlich zu machen. Wie fühlt man sich wohl, wenn man so etwas liest und selbst betroffen ist – als Kind mit Autismus, als Mensch mit einer körperlichen Einschränkung, mit einer Seh- oder Hörbehinderung, mit chronischer Erkrankung oder psychischer Belastung? Gerade diese Menschen verdienen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden.

Inklusion heißt: Jeder Mensch gehört dazu, jede Stimme zählt. Barrierefreiheit heißt nicht nur „Rampen und Treppen“, sondern betrifft auch Sinnesreize, Licht, Geräusche und die Gestaltung des Alltags. Es geht um offene Wege, offene Türen – und um eine Stadtgemeinschaft, die Vielfalt als Stärke begreift.

„Ein Inklusionsbeirat wäre ein starkes Zeichen gewesen: ein Ort, an dem Betroffene selbst ihre Stimme erheben und gemeinsam mit Politik und Verwaltung Lösungen entwickeln können“, erklärt Fraktionsvorsitzende Birgit Liste-Partsch. „Umso unverständlicher ist es, dass die Verwaltung nicht einmal über eine städtische Koordinierungsstelle nachdenkt. Viele Menschen mit Einschränkungen haben ohnehin oft das Gefühl, im Abseits zu stehen – und genau eine solche Vorlage zeigt, wie wenig ihre Perspektive gesehen wird. Wir hingegen wollen ein Pulheim, das hinschaut und zuhört.“

Schon beim Thema „Assistenzhundfreundliche Kommune“ wurde ein schlichtes Zeichen der Offenheit verweigert. Dabei geht es genau darum: sichtbar zu machen, dass alle Menschen willkommen sind. Seit 2021 setzen wir uns beharrlich für eine Koordinierungsstelle und einen Inklusionsbeirat ein – doch selbst hier erkennt die Verwaltung den Bedarf offenkundig nicht. Wir werden auch nach den Wahlen nicht nachlassen, für Strukturen zu kämpfen, die Teilhabe sichern. Denn Inklusion verdient Respekt, Verbindlichkeit und eine Stadtgemeinschaft, die verbindet, Rückhalt gibt und niemanden vergisst.