02.07.2025

Wer Farbe will, muss Freiraum geben!

BVP fordert mehr Vertrauen und Beteiligung bei Graffiti-Projekten für Jugendliche

Was als kreative Chance für Jugendliche begann, droht in starren Vorgaben zu ersticken: Der Bürgerverein Pulheim (BVP) hatte das Graffiti-Projekt im November 2023 durch einen Antrag auf den Weg gebracht – mit dem Ziel, jungen Menschen Raum für eigene Ausdrucksformen zu geben und gleichzeitig Angsträume im Stadtbild aufzuwerten.

Im Frühjahr 2025 stand das erste Projekt in den Startlöchern. Gemeinsam mit einem Graffiti-Künstler hatten Jugendliche im Rahmen eines Workshops ein Motiv entwickelt. Doch kurz vor der Umsetzung stoppte die Stadt das Vorhaben – mit Verweis auf eine noch ausstehende Prüfung auf mögliche „Codes“ im Motiv.

Die Enttäuschung bei den Jugendlichen war groß.

Nun legte die Verwaltung einen umfangreichen Kriterienkatalog vor, der Graffiti im öffentlichen Raum regeln soll. Doch die Anforderungen sind aus Sicht des BVP wenig jugendgerecht: Zahlreiche Einschränkungen könnten gerade die Ausdrucksformen ausschließen, die Jugendlichen wichtig sind – sei es in Stil, Sprache oder Symbolik.

Was erlaubt ist, bleibt am Ende oft beliebig – was zählt, ist Kontrolle.

„Jugendliche brauchen Freiraum, um sich auszuprobieren – nicht einen Katalog voller Verbote. Wenn wir sie ernst nehmen wollen, müssen wir ihnen Vertrauen schenken und sie aktiv beteiligen“, sagt Saskia Partsch, jugendpolitische Sprecherin des BVP.

Der Bürgerverein hat daher im Jugendhilfeausschuss einen Änderungsantrag eingebracht:

  • Statt starrer Prüfkriterien soll es pädagogische Begleitung und einen offenen Beteiligungsprozess geben.
  • Die Stadt soll sich mit erfolgreichen Projekten in Nachbarkommunen vertraut machen.
  • Ein Dialog mit der lokalen Graffiti-Szene soll helfen, realitätsnahe und authentische Projekte zu ermöglichen.

„Graffiti kann Räume verändern, Atmosphäre schaffen und Jugendliche mit ihrer Stadt verbinden. Aber nur, wenn wir sie nicht entmündigen“, so Saskia Partsch weiter.